|
Chronik Als Kommissare fungierten die Herren HEILIGER, BONNI, DUMBRUCH, KOHL und SNOEK. Es wurde sofort Hand angelegt und man beschloss mit 7 Ja- und 5 Nein- Stimmen, dass der Karnevalszug am Montag und nicht am Sonntag stattfinden sollte. Dieser erste organisierte Rosenmontagszug wurde unter das Motto : "Öm Fastelovendsmondeg da trek vär neet de Pöhl, ver blieve da e Kelmes än Neu-Morsent ajen Jöhl" Dieses Motto möchte man auch heute noch anwenden können. Denn wenn wir dieses schöne Kulturfest einfach aus unserem Kalender streichen würden, ach was wären wir dann für arme Leute, denn nichts ist schöner im Leben, als Karneval in Kelmis zu erleben. Alle Hände voll zu tun hatten die Herren vom Komitee, als sie den ersten Rosenmontagszug zusammenstell-ten, denn alles war Neuland. Doch der überaus laute Tambourmajor der FC-Union heizte kräftig ein. Um genau 14.10 Uhr setzte sich der erste Rosenmontagszug in Bewegung und, obwohl ein eisigkalter Wind über den Kirchplatz blies, ließ sich keiner der 19 Wagen, Gruppen und Musikkapellen die Sache vermiesen. Ganz im Gegenteil, die Stimmung war so groß, dass selbst die vorbeikommenden restlichen Amerikaner noch einige Aufnahmen für daheim machten. Die Sache hatte geklappt und es mag sein, dass der damalige Zug noch an Reiz und Qualität gewinnen musste, doch stand jetzt schon fest, dass es die besten Vorzeichen darstellte für das Jahr 1950. Doch Halt - es fehlte in dieser Zusammensetzung noch etwas - wie konnte es auch anders sein - nämlich ein Prinz "Karneval ". Diese wichtige Symbolperson fehlte und es galt nun dem Werk die Krone aufzusetzen und für 1950 einen närrischen Herrscher zu finden, denn dann erst? wäre man in Kelmis komplett. Die Herren des Komitees beschlossen dieses Problem anzugehen und lösten die Aufgabe in glänzender Weise, sie gewannen nämlich einen sympathischen jungen Mann für diese Sache. Andre RADERMACHER bestieg den närrischen Thron und wurde als erster Nachkriegsprinz von der Gemeinde empfangen und bei seinem Triumphzug durch die Ortsstraßen stürmisch umjubelt. Dieser erste Nachkriegsprinz wurde zu einem karnevalistischen Ereignis, das einen unerwarteten Erfolg verbuchte. Das Komitee baute in den folgenden Jahren den Karneval an der Geul weiter aus. 1952 wurde der "Fettdonnerstag" - heute ALTWEIBERTAG genannt - zum Tag des Prinzenballs ausgewählt. 1956 kamen gleich zwei neue Initiativen hinzu : die Gemeinden Kelmis und Neu-Moresnet hatten es sich nicht nehmen lassen eine Prinzenkette für den Prinzen anfertigen zu lassen. Im gleichen Jahr wurde - unter dem Zepter von Bernard I. - der Kelmiser Küsch zum ersten Mal auf dem Kirchplatz verbrannt. A propos Küsch : viele wissen bestimmt wie dieses Lied entstanden ist, doch möchte wir kurz, laut Angabe eines Zeitzeugen, nochmals daran erinnern, dass der Schlachtermeister Schrymecker, zu der Musik des damaligen Trommler- und Pfeifenkorps, dessen Proben er von seiner Schlächterei aus mithörte, die folgenden 7 Wörter erfand : "E KELMES WÄTT E NE KÜSCH GESCHLACHT" und diese dann munter sang. Manchmal sogar musste dieser Verein mehrmals, auf Bitten des Vereinswirtes und seiner Kundschaft, gegen ein leckeres Glas Bier, diesen Marsch wiederholen. Ob Sie es nun wahrhaben wollen oder nicht : das Grenz-Echo hat auch etwas Gutes für Kelmis gebracht. Im Jahre 1963, holte Kelmis sich einen Prinz jenseits der Dorfgrenze. Dies veranlasste einen Journalisten dazu, angeregt durch Abkürzungen wie "EWG" oder "Benelux", plötzlich, gewollt oder ungewollt - die Allianz der Worte von KELMIS, NEU-MORESNET, HERGENRATH und MORESNET zu schaffen und so ein neues Wort zu bilden : KENEHEMO. 1973 verlor das Komitee ein sehr wichtiges Mitglied. Heinz ERRENS wurde uns plötzlich genommen, hat er doch in seiner Zeit, während der er dem KKK zur Verfügung stand, wichtige Impulse gegeben, für die wir ihm heute noch danken. 59 Prinzen durfte und konnte das Komitee proklamieren. 59 Rosenmontagszüge wurden vom Komitee zusammengestellt. Angefangen haben wir 1949 mit 19 Gruppen und Wagen. Im letzten Jahr waren es genau 78 mehr. Also 97 Gruppen und Wagen, rund 2500 Personen nehmen an unserem Rosenmontagszug teil. Dieser Rückblick und das Bestehen des Karnevalskomitee ist nur möglich durch unsere Traditionsvereine, auch wenn diese sich in der Anfangszeit kaum oder gar nicht mit dem damaligen Rosenmontagskomitee identifizieren konnten und wollten, so kann man doch bemerken, dass etwas an diesen schwarzen Brüdern dran sein muss. In der Anfangszeit war es öfters notwendig, dass selbst der Bürgermeister von Kelmis und Neu-Moresnet eingreifen musste, um den Fortbestand dieser Organisation oder Vereinigung zu garantieren. Heute kann das Komitee, dank eigenem Biss und Aufopferungsarbeit eines jeden Mitgliedes, stolz darauf sein, die Großgemeinde hinter sich zu wissen. Das Komitee ist heute stärker denn je darauf bedacht, eng mit allen Vereinigungen und Traditionsvereinen zusammenzuarbeiten und die Kontakte zu pflegen, damit das große Kulturerbe "Karneval" nie seinen Reiz und seine Attraktivität und nie sein Ansehen verliert. Denn gerade all diese Vereine sind das Salz in der Suppe unseres allzeit geliebten "Kenehemo-Karnevals ". Wenn auch Vereinigungen kommen und gehen, so muss sich das Karnelvalskomitee als oberstes Gebot immer vor Augen halten, dieses Kulturerbe zu bewahren, zu fördern und auszubauen, denn der Fortbestand ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Gleichzeitig gehört eine Portion Mut dazu, kreatives Engagement für jeden Verein an den Tag zu legen. Den Vereinen möchten wir ein vertrauter Freund sein, der mit Rat und Tat zur Seite steht. Wir müssen uns darauf besinnen, ein Vorbild für unsere Jugend und Kinder zu sein, denn sie können nur unseren Traditionen folgen, wenn wir es vorleben. Sie sind unser Garant dafür, dass "Kenehemo-Karneval" weiter bestehen kann. Wir möchten den Vereinen unseren Dank aussprechen, die ein Vorbild an Jugendarbeit leisten, denn dies ist ganz bestimmt eine der wichtigsten Arbeiten für die Zukunft. Gleichfalls hoffen wir, dass uns die Gemeinde weiterhin so gut unterstützt
|